MdL Hans-Peter Behrens: „Mehr Tempo beim Klimaschutz!“

Bühl. Klimaschutz vor Ort – wie geht das und welchen Beitrag kann die Region Bühl leisten um die Erderwärmung zu begrenzen? Diesen Fragen stellten sich in einer Online-Versammlung die Mitglieder des Ortsverbandes der Grünen.

„Wir haben unsere Ziele beim Klimaschutz noch nicht erreicht“, stellte Vorstandsmitglied Hajo Leibbrand in seinem Vortrag zum Auftakt der Versammlung fest. Er erinnerte an das Pariser Klimaschutzabkommen, das vorgibt, die Erderwärmung auf 1,5 bis höchstens 2 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. „Die jetzt laufende Dekade ist dafür entscheidend“, mahnte Hajo Leibbrand. Auch Baden-Württemberg und die Region Bühl müsse dafür einen wesentlichen Beitrag leisten. Nötig sei deshalb „ein massiver Ausbau der Erneuerbaren Energien“ vor Ort, also mehr Windkrafträder und mehr Photovoltaik-Anlagen. Er regte eine interkommunale Initiative zur Suche nach geeigneten und akzeptablen Standorten für Windkraftanlagen in der Region an. Ebenso sollten Landwirte für den Umstieg in die ökologische Landwirtschaft gewonnen werden.

Mehr Tempo beim Klimaschutz fordert auch Hans-Peter Behrens, der für die Grünen im Stuttgarter Landtag sitzt und im März erneut kandidiert. Eine wesentliche Forderung sei, alle neuen Wohngebäude mit Photovoltaik auszustatten. Dieses Vorhaben sei bisher am Widerstand des Koalitionspartners CDU gescheitert. Weiterhin will Behrens die Agrophotovoltaik fördern, also Flächen auf denen etwa Obst und Wein wächst und die zugleich von Photovoltaik-Anlagen überbaut und damit auch geschützt werden. Beim Windkraft-Ausbau sieht er neben dem Land vor allem die Bundespolitik in der Pflicht, die den Ausbau fördern müsse: „Wir brauchen bessere Rahmenbedingungen, die Genehmigungsverfahren müssen deutlich schneller werden“. Zugleich ist sich Hans-Peter Behrens sicher, dass die Politik „die Menschen mitnehmen“ müsse bei allen Anstrengungen zum Erreichen der Pariser Klimaziele. Sonst habe der Klimaschutz keine Chance.

„Wenn wir heute einen Euro in den Klimaschutz investieren, bekommen wir morgen 1,50 € zurück“, rechnete Nico Paulus, Gemeinderat der Grünen in Ottersweier, vor. Klimaschutz lohne sich auch wirtschaftlich. Allerdings müssten die Anstrengungen für den Ausbau Erneuerbarer Energien „vervierfacht“ werden. Gemeindeeigene Gebäude sollten nach seiner Ansicht, wo immer möglich, eine Photovoltaik-Anlage bekommen. „Das lohnt sich auch finanziell“, meinte Paulus und konnte auf einen ersten Erfolg in Ottersweier hinweisen: dort soll das Dach des Kindergartens eine Solaranlage bekommen.

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